Ratgeber

Podcast-Stimme verbessern. Natürlich klingen am Mikrofon.

Der richtige Mikrofonabstand, ein echter Erzählton und Energie, die über die ganze Folge hält, machen deine Podcast-Stimme hörbar besser.

Als Werbesprecher nehme ich regelmäßig in meinem Studio in Hamburg auf, und als Mitgründer der Addictive Audio GmbH produzieren wir Podcasts für Unternehmen, von der Konzeption bis zur fertigen Folge. Dazu kommen Jahre als Radiomoderator, die Zeit als Pressesprecher der Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga und Off-Air-Moderationen vor Zehntausenden, etwa beim Hamburger Hafengeburtstag. Beim Podcast hört dir jemand über Kopfhörer zu, oft allein und über viele Minuten hinweg. Kleine Schwächen, die im Gespräch niemandem auffallen, werden dabei groß. Für fast jede davon gibt es einen einfachen Hebel.

Wer bleibt bis zum Schluss

36 %

Nur 36 Prozent der Podcast-Hörerinnen und -Hörer in Deutschland hören eine Folge nach eigener Angabe bis zum Ende. Knapp zwei Drittel steigen vorher aus.

Mehr dazu

Aufmerksamkeit über eine ganze Folge ist also nichts Selbstverständliches, und der Wert lag im Jahr davor genauso. Wer bleibt, entscheidet sich meist in den ersten Minuten. Wie du sprichst, hält Menschen dabei oder eben nicht, und genau daran lässt sich arbeiten.

Bitkom Research 2024.

Porträt Christian Grollmann

Warum die eigene Stimme fremd klingt

Die eigene Aufnahme klingt anfangs fremd, weil du dich sonst über den Körperschall hörst, und dieser Effekt verschwindet mit Gewöhnung.

Fast alle Podcaster erschrecken beim ersten Abhören. Das ist Physik, kein Qualitätsurteil. Beim Sprechen hörst du dich durch Knochen und Schädel. Die Aufnahme zeigt dagegen, was dein Publikum hört. Ein wichtiger Schritt ist deshalb, das Abhören zur Routine zu machen, bis das Fremdeln verschwindet. Erst dann kannst du beurteilen, was an deiner Stimme Gewohnheit ist und was du verändern willst.

Abstand und Raum entscheiden über den Klang

Ein konstanter Mikrofonabstand von etwa einer Handbreit und ein möglichst gedämpfter Raum verbessern den Klang stärker als jedes neue Gerät.

Halte den Abstand zum Mikrofon stabil, sonst pumpt die Lautstärke bei jeder Bewegung. Sprich leicht am Mikrofon vorbei statt frontal hinein, das entschärft Plosive. Und nimm in einem Raum mit Teppich, Vorhängen oder Regalen auf, denn Hall lässt jede Stimme nach Nebenbei klingen. Diese drei Punkte heben die meisten Podcasts hörbar an, ohne einen Euro zu kosten.

Erzählen statt vorlesen

Ein Podcast wirkt, wenn du mit Stichworten erzählst oder geschriebene Passagen so sprichst, als würdest du sie einem Menschen erklären.

Abgelesene Texte erkennt jedes Ohr sofort. Der Ton wird flacher, das Tempo gleichmäßiger, die Pausen verschwinden. Wenn du frei sprechen kannst, arbeite mit Stichworten statt mit ausformulierten Sätzen. Wenn du ein Skript brauchst, schreib es in gesprochener Sprache und stell dir beim Einsprechen eine konkrete Person vor, der du das erzählst.

Energie über die ganze Folge halten

Damit die Stimme eine lange Folge trägt, braucht sie Aufwärmen, Pausen im Aufnahmeplan und eine Sprechhaltung ohne Druck.

Ein kurzes Aufwärmen vor der Aufnahme hilft. Summen und Lippenflattern reichen, dazu Wasser und eine aufrechte Sitzhaltung. Plane bei langen Aufnahmen kleine Unterbrechungen ein, in denen du aufstehst und die Atmung beruhigst. Wer regelmäßig heiser aus Aufnahmen geht, presst die Stimme und sollte an der Grundtechnik arbeiten, bevor sich das Muster festsetzt.

Wann Training den Sprung bringt

Training lohnt sich für Podcaster, wenn Hörerbindung wichtig wird und die eigenen Aufnahmen trotz guter Technik nicht professionell klingen.

Bis zu einem gewissen Punkt kommst du mit Übung weit, danach fehlt meist das Ohr von außen. Im Mikrofontraining in meinem Studio hören wir deine Aufnahmen gemeinsam ab und verändern einzelne Stellschrauben. Falls du nicht nur Training, sondern Produktion suchst, produziere ich Podcasts mit meinem Team.

Deine Podcast-Stimme im Studio trainieren

Aufnehmen, gemeinsam abhören, gezielt verbessern. Mit dem Equipment, das du auch zu Hause nutzt.

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Häufige Fragen