Ratgeber

Stimme und Wirkung im Meeting. So wirst du gehört.

In Meetings wirkt deine Stimme über Ruhe, Tempo und Pausen stärker als über Lautstärke, und alle drei lassen sich trainieren.

Fachlich stark und trotzdem überhört, diese Erfahrung machen viele Menschen in Besprechungen. Ich bin Christian Grollmann, Sprechtrainer in Hamburg. Aus meiner Erfahrung als Senior Corporate Communications Manager bei der Air Liquide AG kenne ich beide Rollen. Da ist die Person, die vortragen muss. Und da ist das Publikum, das längst entschieden hat, wem es zuhört.

Wer spricht, führt

70 %

In 70 Prozent der untersuchten Besprechungsgruppen war die Person mit der längsten Redezeit zugleich die, die anschließend als Führungsfigur benannt wurde. Gezählt wurde allein die Dauer des Sprechens, nicht die Qualität der Beiträge.

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Allein wie viel jemand spricht, schlägt also auf den Eindruck durch, ganz ohne Bewertung der Inhalte. Das ist kein Aufruf, mehr zu reden. Es zeigt aber, wie viel du verschenkst, wenn du gute Beiträge verschluckst oder zu leise ansetzt. Wie du dich hörbar machst, ohne laut zu werden, steht in diesem Artikel.

MacLaren und Kollegen, The Leadership Quarterly 2020.

Porträt Christian Grollmann

Warum gute Argumente untergehen

In Meetings entscheidet oft die Stimme darüber, ob ein Beitrag als Vorschlag oder als Randnotiz wahrgenommen wird.

Eine Runde voller Menschen hat wenig Geduld. Wer leise beginnt, sich hineinnuschelt oder am Satzende abfällt, verliert Aufmerksamkeit. Das passiert, bevor das Argument überhaupt da ist. Umgekehrt verschafft eine gelassene, tragfähige Stimme einem mittleren Argument erstaunlich viel Gewicht. Das ist unfair, aber es ist die Realität in Besprechungen, und du kannst sie für dich nutzen.

Der Einstieg in deinen Redebeitrag

Die ersten Worte eines Redebeitrags brauchen einen ruhigen Ansatz, hörbaren Stand und einen Satz, der ohne Anlauf zum Punkt kommt.

Viele Beiträge beginnen mit Verlegenheitsfloskeln und halber Stimme, weil der Redner selbst noch nicht bereit ist. Besser ist ein kurzer Atemzug vor dem ersten Wort und ein Einstieg, der sofort Richtung zeigt. Wer den ersten Satz im Kopf fertig hat, bevor er ihn beginnt, klingt aufgeräumt.

Tempo und Pausen halten den Raum

Wer in Besprechungen etwas langsamer spricht und Pausen aushält, wirkt sicherer und wird besser verstanden.

Unter Anspannung beschleunigen fast alle Menschen. Hohes Tempo signalisiert der Runde aber, dass man schnell fertig sein will, und lädt zum Unterbrechen ein. Ein gelassenes Tempo mit bewussten Pausen dreht das Verhältnis um. Die Pause nach einer Kernaussage lässt sie wirken und zeigt, dass du bereit bist, den Raum zu halten.

Im Video-Call gelten eigene Regeln

Im Video-Call braucht die Stimme mehr Deutlichkeit und kürzere Sätze, weil Mikrofon, Übertragung und Bildschirmmüdigkeit Wirkung schlucken.

Remote fehlt fast alles, was im Raum mitarbeitet. Blickkontakt, Körperspannung, Resonanz. Sprich deshalb eine Spur deutlicher und in kürzeren Sätzen. Halte einen stabilen Abstand zum Mikrofon. Setze nach wichtigen Aussagen eine Pause, die etwas länger ist als im Raum. Wer viel remote führt oder verkauft, trainiert diese Situation am besten direkt am Mikrofon, mit Aufnahme und Feedback.

Präsenz kommt aus Atmung und Haltung

Hörbare Präsenz entsteht aus tiefer Atmung, aufrechter Haltung und einer Stimme, die nicht gepresst wird. Nicht aus Lautstärke.

Laut werden können viele. Präsent sein ist etwas anderes. Die Basis ist körperlich. Ein aufrechter Sitz oder Stand, Schultern locker, die Atmung tief statt hoch. Im Training simulieren wir deine echten Meetings, mit deinen Themen und deinen kritischen Momenten, bis die neue Art zu sprechen auch unter Druck hält.

In Meetings gehört werden

Im Training arbeiten wir an deinen echten Situationen, einzeln oder mit deinem Team, vom Statusbericht bis zur Townhall.

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